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Clowntheater „Gemeinsam zum Glück stolpern…“

 

Das Clowntheaterstück „Gemeinsam zum Glück stolpern…“ wurde von Andreas Geyer im Rahmen seiner Diplomarbeit als praktischer Teil zusammen mit Anna Russegger entwickelt. Wir haben uns an der Clownschule in Mainz kennen gelernt und seitdem immer wieder zusammen Projekte realisiert. Seit der Premiere im Jänner 2013 sind wir nun fast jeden Monat zusammen mit unserem Stück unterwegs. Wir arbeiten als selbstständige Clownschauspieler und auch in zirkuspädagogischen Projekten, z.B. „Dümmer August“ mit dem Circus Tortuga.

 

Projektbeschreibung – Kurzfassung

Das Clowntheaterstück „Gemeinsam zum Glück stolpern…“ baut auf eine Reise in unterschiedliche Länder auf, in denen verschiedene Aspekte der Themen „Glück und gutes Leben – buen vivir“ in unterschiedlichen Kulturen, behandelt werden.

Die Reise fängt in der jeweiligen Grundschule an und greift hier den Aspekt Bewegung und Sport auf. In der Türkei werden auf einem Basar die Themen Nahrung und Sinne aktiv erlebt. Der Lebensraum Natur (Tiere-Pflanzen-Menschen als Einheit) des Amazonas (Brasilien) bildet die nächste Station, bevor in Bolivien die Themen Gemeinschaft und Gastfreundschaft aufgegriffen werden.

Nach dem Stück wird den Zuschauern die Möglichkeit geboten die Erfahrungen mit den Akteuren zu reflektieren, wobei die eigenen Vorstellungen von „Glück und gutem Leben“ erkannt und benannt werden, als auch wahrgenommen wird, wie „Glück und gutes Leben“ in anderen Kulturen gelebt wird. Beständiger Begleiter der Nachbearbeitung ist der Ansatz des respektvoll, anerkennenden Nebeneinanders unterschiedlicher Lebensansichten auf Basis einer nachhaltigen Lebensweise.

Das Projekt will zur aktiven Beteiligung an einer sozial verantwortlichen Gesellschaft in der globalisierten Welt motivieren und speziell am Lebensraum Natur lokale und globale Zusammenhänge aufzeigen und so die Wichtigkeit des Klimaschutzes aufzeigen.

Durch das Erreichen der SchülerInnen ist eine Breitenwirkung der Thematika möglich.

 

Organisatorischer Ablauf des Stücks

Das Clowntheaterstück „Gemeinsam zum Glück stolpern“ist für Kinder der ersten bis vierten Volksschulklassen konzipiert, es wird meist für zwei Klassen, circa vierzig Kinder, gespielt. Die Aufführung dauert ca. eine Stunde.Danach besteht die Möglichkeit das Stück gemeinsam mit den Akteuren zu reflektieren, ca. eine halbe Stunde. Für die Vorstellung wird ein großes Klassenzimmer, ein Mehrzweckraum, die Aula oder die Turnhalle benötigt.

 

Stückbeschreibung

Das Projekt setzt sich mit „Glück und gutem Leben“ in Österreich/Deutschland auseinander, wodurch eine Auseinandersetzung mit den eigenen Vorstellungen von „Glück und gutem Leben – buen vivir“ stattfindet und diese konkret benannt werden können. Hierbei wird auf die Vielfalt in der Unmittelbarkeit hingewiesen und diese respektvoll zu behandeln vermittelt.

Durch die hervorgerufenen Möglichkeiten des Perspektivenwechsels und der Empathie mit anderen Kulturen, als auch der Auseinandersetzung mit der eigenen Kultur, können Vergleiche in den Ansichten zum „Glück und gutem Leben“ gezogen werden, was wiederum Verständnis und somit Achtung vor unterschiedlichen Lebensweisen und der Natur schafft. Dies ermöglicht eine Sensibilisierung für ökologische und soziale Nachhaltigkeit.

Es werden die Kulturen Boliviens, Brasiliens, der Türkei und Österreichs thematisiert.

 

Österreich/Deutschland – Bewegung 

Die erste Station der Flugreise ist die jeweilige Klasse/Dorf/Stadt in der wir sind. Hier werden die Themen Bewegung, Sport und Helfen auf spielerische und später reflexive Art und Weise thematisiert. Es geht um das bewusste Erkennen und Benennen dessen, was mir persönlich an Bewegung/Sport Spaß macht und daher gut tut, was wiederum wichtig für meine persönliche Gesundheit ist. Gleichzeitig wird durch das Hören der anderen ein bewusstes Wahrnehmen und Anerkennen von Ihnen gefördert. Hierdurch kann man sich von ihnen Inspirieren lassen.

Das Erleben und unmittelbare Erfahren jemand anders helfen zu können, wird durch die interaktiven Elemente ermöglicht.

Desweiteren zeigt die Wegstrecke dieser Station, dass wenn Mensch ein Ziel hat, dies motivierend sein kann, der Weg dorthin Spaß bereitet und Mensch sich auch noch über das Erreichen des Zieles freuen kann.

 

Türkei – Erleben der Sinne

Das erste Land was besucht wird ist die Türkei und dort ein Basar. Bei einer Blindverköstigung können die Kinder Obst, Gemüse und Gewürze aus Nah und Fern riechen, kosten und ertasten. Es geht also um das Erfahren der Sinne und was diese mit Glück-lich-Sein zu tun haben können. Auch wird darauf eingegangen etwas Neues Auszuprobieren, ohne es vorher zu verurteilen (durch das Blind sein und nicht wissen was es ist). Desweiteren wird auf den Basar als Ort des kulturellen und sozialen Miteinanders/Austausch eingegangen.

 

Brasilien – Lebensraum Natur

Das Projekt will bei den Kindern unter Anderem Grundlagen für die Auseinandersetzung mit dem Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung und dessen Verwirklichung fördern. Im brasilianischen Amazonas lassen wir die Kinder emotional den Lebensraum Natur erleben. In der anschließenden Reflektion wird auf die Wichtigkeit der Natur als Lebensraum für Pflanzen (größte Artenvielfalt weltweit), Menschen (über 320 indigene Völker) und Tiere eingegangen, der Nord-Süd-Bezug zb. Abholzung des Regenwaldes für die Herstellung von Sojafutter für die Fleischproduktion, aufgezeigt und ihre Schützenswertigkeit dargelegt.

Desweiteren wird auf die Schlüsselrolle des amazonischen Regenwaldes für das Weltklima eingegangen. (z.B. Einfluss auf Erdatmosphäre und daher Temperaturregulierung)

 

Bolivien – Gemeinschaft und Gastfreundschaft

In Bolivien wird auf das „buen vivir – gute Leben“ Bezug genommen, indem Gemeinschaft und Gastfreundschaft zuerst emotional und interaktiv von den Beteiligten erlebt werden können. In der Reflexion wird auf die Themen der Gemeinschaft und Gastfreundschaft vertiefend eingegangen, um herauszufinden wie dies konkret am Beispiel Bolivien gelebt wird (Hinweis auf Einbindung in Verfassung etc. ) bzw. gelebt werden kann.

Hinter dem Begriff „buen vivir“ verbirgt sich ein Sammelsurium an „alternativen“ Lebensweisen unterschiedlicher Völker Südamerikas. Der Fokus ist auf ein gemeinsames, gutes Zusammenleben gerichtet. Einen Lebensstil in Harmonie mit der Natur und einem Leben in Respekt vor allen Lebewesen.

 

Intention/Ziele

 

Das Clowntheaterstück verfolgt folgende Ziele:

  • Ziel Erkennen: Informationsbeschaffung, Erkennen von Vielfalt. Die Schülerinnen und Schüler erleben und erfahren Neues über das Thema „Glück und gutes Leben“ in anderen Kulturen. Desweiteren erkennen und benennen sie was „Glück und gutes Leben“ für sie selbst bedeutet.
  • Ziel Bewerten: Perspektivwechsel und Empathie. Die Schülerinnen und Schüler setzen die Erfahrungen mit „Glück und gutem Leben“ in anderen Kulturen in Vergleich zu unserer Kultur.
  • Ziel Handeln: Die Schülerinnen und Schüler lernen unterschiedliche Lebensweisen zu achten.

 

Durch das Erleben des Stücks, die interaktive Beteiligung, sowie die anschließende angebotene Reflexion können folgende Handlungsoptionen im Sinne der Nachhaltigkeit erarbeitet und aufgezeigt werden:

 

  • Selbstwahrnehmung und Selbstkontakt – in der Reflexion, durch das bewusste Benennen und Erkennen eigener Ansichten und Wahrnehmungen zum Glück.
  • Soziale Kompetenz – durch das rücksichtsvolle Wahrnehmen der anderen TeilnehmerInnen, speziell bei der Station Bolivien beim abschließenden Spiel.
  • Achtsamkeit gegenüber Anderen, einschließlich der Natur – Speziell bei den Stationen Bolivien, sowie Brasilien. In Bolivien speziell beim abschließenden Spiel, in Brasilien beim Erleben sowie in der Reflexion des Lebensraumes Natur.
  • Individualität und Gemeinschaft – Dieser Aspekt wird vor allem durch das Bennenen des Eigenen und das Hören der Meinungen Anderer wahrgenommen.
  • Kennenlernen und Akzeptanz anderer Kulturen – anhand der Reise in unterschiedliche Länder und des gleichwertigen Umgangs in der Reflexion.
  • Bewusstwerdung der Auswirkungen eigenen Handelns – speziell an der Station Brasilien, Lebensraum Natur.
  • Veränderung von Handlungs- und Denkmuster – durch das Erkennen und anschließende Benennen eigener Handlungen und deren Auswirkungen. zb. bei der interaktiven Beteiligung am Stück.
  • Glücks- und Wohlbefinden durch Bewegung, Sinne, Natur und Gemeinschaft – durch das aktive Miterleben und Mitfühlen des Stücks, sowie der anschließenden Reflexion.
  • Mitgefühl und Empathie – durch das Miterleben der DarstellerInnen, sowie in der Reflexion.
  • Vertrauen und Hilfestellung – geschieht durch die interaktive Beteiligung der ZuschauerInnen am Stück.
  • Andere wahrnehmen und hören – dies geschieht vornehmlich und auch geziehlt hinweisend bei der Reflexion.

 

 traditionelle Geschlechterrollen abbauen

Im Clowntheaterstück wird bewusst versucht traditionelle Geschlechterrollen abzubauen. So ist zb. die Clownfrau Dusa die Chefmechanikerin was in unterschiedlichen Stationen aufgenommen wird. Desweiteren wird sie als körperlich stärkere Figur dargestellt. In der Station Brasilien ist Dusa die mutige Erkunderin und der Clown Fu der Ängstliche, der sich nicht in den Regenwald traut und Angst vor der „großen Miezekatze“ hat.

 

Was sind die innovativen Aspekte

Die Möglichkeit sich mit Themen der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit auf spielerische, interaktive und vor allem auf emotionale Art und Weise anhand eines Clowntheaterstücks auseinanderzusetzen und zu erleben, stellt eine Besonderheit dar. Nach Gerald Hüther und Anderen finden Lernprozesse, vor allem jene die auch zu Änderungen des Verhaltensmuster führen können, insbesondere dann statt, wenn ein emotionales Erleben der Inhalte und eine aktive Beteiligung der SchülerInnen gegeben ist.

Beide Aspekte werden durch das Clowntheaterstück ermöglicht. Die positiven Emotionen des Lachens, welche durch die Facetten und das Spiel der Clownerie ausgelöst werden, verstärken die Nachhaltigkeit, da die Themen mit gewissen emotional erlebten Situationen verbunden sind.

Infos zum Ansehen und Herunterladen:

Diplomarbeit über das Clowntheaterstück:

Diplomarbeit „Gemeinsam zum Glück stolpern…